Mrz 212017
 

Auch dieser Schachsonntag hatte es wieder in sich! Diesmal waren wir zu Gast in Lübeck.

Auf Lübecker Seite kamen an den Brettern 2 und 3 gleich zwei Jugendliche zum Einsatz (Jahrgang 2000 und 2001), beide mit Zahlen um die 2200. Erst danach folgte das Gros der „alten Haudegen“. Schwierig vor allem für Hans, der an 4 mit Schwarz gegen Harald Schmidt antreten musste, bis vor einem Jahr das langjährige Spitzenbrett der Lübecker. Auch Christ, Lampe, Thannheiser und Krause sind gute alte Schachbekannte, die es sich, wie Michael Kreuzholz später sagte, „in der Oberliga bequem gemacht“ haben.

„Bequem“ war der Kampf dann aber keineswegs! Uwes Partie verflachte bald, nachdem Kololli mit Weiß schnell in ein remisliches Endspiel abgewickelt hatte, in dem Uwe zumindest gefühlt noch einen Hauch besser stand. Nach weiterem Abtausch ließ sich indes nichts mehr am Ausgang der Partie rütteln – Remis.

Ein paar Stunden später bot sich mir dann folgendes Bild: Florian hatte 2 (oder gar 3) Bauern mehr für fast nichts (klar, offene Linien), musste aber trotzdem noch genau spielen, um keine Chancen zuzulassen. Dies gelang dann auch über weite Strecken, jedenfalls hatte ich hier intern schon den Punkt verbucht. Jan-Paul hatte nach zahmer Eröffnung eigentlich nichts, spielte aber trotzdem aktiv, was seine Stellung eher verschlechterte. Und dann tauchte auch noch das Schreckgespenst des schlechten Läufers auf! Hans stand bald etwas gedrückt und bemühte sich um Gegenspiel im Zentrum. Marc schien in einer langen Grünfeld-Variante in eine Falle gelaufen zu sein, bald hatte er in einem Doppelläuferendspiel 2 (!) Bauern weniger. Immerhin stand sein König aktiv und verhinderte das Eingreifen des gegnerischen, vor allem aber war die Stellung total blockiert. Trotzdem sah ich gegen den Routinier Christ eigentlich keine Chance mehr für Marc. Marco hatte „seine“ französische Struktur auf dem Brett (vermutlich aus einer Steinitzvariante hervorgegangen) und expandierte, wie üblich bei heterogenen Rochaden, am Damenflügel, Ausgang unklar. Schließlich lieferten sich Jürgen und Ullrich Krause in einer englischen Partie ein eher freundliches Abtasten, das dann bald im Remis endete. Ach ja, ich selbst hatte in einem Rossolimo-Sizilianer (…Sc6 und Lb5) eine kleine Initiative, die dann in ein klar besseres Endspiel münden sollte.

Prognose zu diesem Zeitpunkt: eher schlecht. Hans geriet weiter unter Druck, Jan-Pauls Stellung verschlechterte sich ebenfalls, und dann verlor plötzlich auch noch Florian, vermutlich durch ein taktisches Versehen, die Partie!  Ebenso plötzlich aber (zumindest aus meiner Warte) gewann dann Marco, so dass es nun 2 zu 2 stand.

Bei Jan-Paul geschah dann das Unglaubliche: Sein jugendlicher Gegner verrechnete sich bei einer vermeintlichen Gewinnabwicklung, und plötzlich hatte unser Mann eine Mehrqualität und damit sogar Gewinnchancen! Und Marc kämpfte unermüdlich weiter mit dem Rücken zur Wand und zwei Minusbauern. Hans` Stellung war indessen nicht mehr zu halten. Schmidt hebelte in Ruhe den Königsflügel auf und das Gegenspiel in der Mitte und auf den schwarzen Feldern fruchtete nicht mehr rechtzeitig. 2 zu 3 also. Ich hatte das Endspiel nicht immer optimal behandelt und trotz zweier Mehrbauern hatte Kreuzholz bis kurz vor Schluss noch Remischancen, die er zum Glück nicht ergriff, sodass es dann 3 zu 3 hieß.

Unglaublicherweise gelang es Marc irgendwie, einen seiner Läufer für alle schwarzen Bauern einzutauschen, und nach ein paarmal Hin- und Herziehen willigte Christ schließlich zähneknirschend ins Remis ein. Nun spielte nur noch Jan-Paul. Um ein Haar hätten wir den Kampf noch gewonnen. Aber der einzige verbliebene weiße Bauer wurde noch abgetauscht und das Endspiel Turm gegen Springer wollte Jan-Paul dann nicht mehr üben und entließ den dankbaren Gegner ins Unentschieden.

Fazit: Unterm Strich ein verdientes Unentschieden, das unsere Position im Mittelfeld stabilisiert. Zwei Punkte aus den beiden letzten Runden sollten jetzt für den Klassenerhalt genügen. Auch das Ligaorakel sieht unsere Abstiegsgefahr nur noch bei knapp 4%. Am 23.04., also in gut 4 Wochen, geht es zuhause gegen Marmstorf.

Lübecker SV               4 - 4 Schachfreunde Hamburg    
 2 Kreuzholz,Michael      0 : 1 Sawatzki,Frank          1
 3 Kololli,Martin         ½ : ½ Bokelbrink,Uwe          2
 4 Riess,Alexander        ½ : ½ Ritscher,Jan-Paul,Dr.   3
 5 Schmidt,Harald         1 : 0 Hermesmann,Hans         4
 6 Christ,Ralf            ½ : ½ Kluenger,Marc,Dr.       6
 7 Lampe,Dirk             0 : 1 Jaeckle,Marco           7
 8 Thannheiser,Thomas     1 : 0 Kull,Florian            8
 9 Krause,Ullrich         ½ : ½ Dietz,Juergen          11
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Partie Uksini-Sawatzki

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Mrz 012017
 

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Pech gehabt – 3,5-4,5 gegen HSK III

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Mrz 012017
 
Schachfreunde Hamburg     3½-4½ Hamburger SK III         
 1 Sawatzki,Frank         1 : 0 Uksini,Bardhyl          1
 2 Bokelbrink,Uwe         ½ : ½ Bente,Bjoern            2
 3 Ritscher,Jan-Paul,Dr.  ½ : ½ Lindinger,Markus        3
 4 Hermesmann,Hans        0 : 1 Gaede,Derek             5
 6 Kluenger,Marc,Dr.      0 : 1 Hinrichs,Lars           6
 7 Jaeckle,Marco          1 : 0 Groetzbach,Julian       7
 8 Kull,Florian           0 : 1 Schumacher,Norbert      8
11 Dietz,Juergen          ½ : ½ Jantzen,Hans-Joerg      9

Am vorvergangenen Sonntag hatten wir die 3. des HSK zu Gast. Nominell lagen wir in etwa gleichauf, und entsprechend spannend wurde es!

Zuerst endeten die Partien an den Brettern 3 und 1. Jan-Paul, mit Schwarz spielend, agierte in einer Larsen-Eröffnung ebenso unkonventionell wie sein Gegner. Nach 20 Zügen hatten beide schon Großteile ihrer Benkenkzeit verbraucht, und in der berechtigten Sorge, schlechter zu stehen, akzeptierte Jan-Paul das Unentschieden schießlich, das er einige Züge zuvor noch abgelehnt hatte. Ich spielte mit Schwarz gegen den 17-jährigen Nachwuchsspieler Bardhyl Uksini. Erneut kam eine slavische Hauptvariante aufs Brett. Nach einem Bauernraub auf b7 und einer weiteren Ungenauigkeit war die weiße Dame plötzlich gefangen. Wenige Züge später brach die Stellung dann zusammen.

Zwischenstand also 1,5-0,5.

Uwe hatte sich in einem geschlossenen Sizilianer (anfangs Pirc) eine schöne Stellung mit starker Initiative gegen den schwarzen König erspielt. Hans erhielt noch in der späten Eröffnungsphase deutlichen Vorteil, weil sein Gegner zu passiv agierte. Marc hatte für einen Minusbauern gute Kompensation, musste aber sehr genau spielen, um nicht in Nachteil zu kommen. Bei Florian ergab sich eine ziemlich undurchsichtige Stellung, die sich aber im Gleichgewicht befand. Marco, mit Weiß spielend, hatte recht schnell ein Endspiel mit T+S gegen T+L auf dem Brett, ab dem 30. Zug dann ohne Türme. Bei offenem Zentrum und Bauern auf beiden Flügeln war die Stellung trotz des Läufers vollkommen ausgeglichen. Jürgen hatte seine geliebte Bird-Eröffnung zelebriert und wie fast immer einen kleinen Vorteil herausgespielt.

Zu diesem Zeitpunkt hätte ich auf einen 5-3 Sieg gewettet. Doch dann kam es ganz dicke.

Nachdem Uwe zwei klare Gewinnchancen verpasst hatte, hatte sein Gegner in immer noch unklarer Stellung etwas Initiative, Remis sollte es auf jeden Fall noch sein. Hans hatte bei weiterhin überlegener Stellung einen Bauer gewonnen und schien auf der Siegerstraße. Eine einzige Ungenauigkeit erlaubte es Gaede dann aber, sich zu befreien. Hans ging aus der folgenden Abwicklung dann mit einer Mehrqualität gegen 2 Bauern hervor. Nach einem unglücklichen Turmmanöver fiel in Zeitnot noch ein dritter Bauer – das war zu viel. Trotz Gegenwehr ging die Partie schließlich verloren. Nachdem Marc endlich eine stabile Stellung erreicht hatte (2 Figuren und sichere Königsstellung gegen Turm und Bauern ), kostete ihn ein verlockender Damenausfall praktisch augenblicklich die Partie – was für ein Schock! Das entstehende Damenendspiel war hoffnungslos, aber Marc kämpfte noch tapfer weiter, allerdings ohne die Niederlage abwenden zu können. Florian hatte kurz vor der Zeitkontrolle im 38. Zug die falsche Figur getauscht und befand sich danach in einer fürchterlich passiven Lage. Zwischendurch keimte nochmals Hoffnung auf, aber der weiße Vorteil setzte sich schließlich durch. Marcos junger Gegner überschätzte seine Stellung und legte die Bauern am Königsflügel auf der Farbe seines Läufers fest, um dann mit einem Bauernopfer am Damenflügel einbrechen zu können. Damit lief er jedoch in einen Konter, der Marco etwas überraschend den ganzen Punkt bescherte. Bei Uwe hatte inzwischen ein Dauerschach zum Remis geführt.

Zwischenstand: 3-4.

Obwohl Jürgen im Damenendspiel einen Bauern weniger hatte, kämpfte er beharrlich um die Initiative und zwang seinen Gegner zu äußerster Genauigkeit. Am Ende ließ sich aber doch nicht mehr am Unentschieden rütteln und Jürgen musste das Remis und damit unsere Niederlage quittieren.

Fazit: Selten haben wir einen so gut stehenden Kampf noch so unglücklich verloren. Kopf hoch! Das „Restprogramm“ ist machbar und auch das Liga-Orakel sieht unsere Abstiegsgefahr noch knapp unter 8%. Am 19.03. geht es zu unserem einzigen echten Auswärtskampf nach Lübeck.

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knappe 3-5 Niederlage gegen St.Pauli

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Feb 082017
 

Es begann mit einer kleinen Überraschung: Monika Socko, am Spitzenbrett von St. Pauli gemeldet, würde nicht spielen, hieß es gerüchteweise, da sie nur 5 Tage später in Tehran bei der Qualifikation zur Weltmeisterschaft der Frauen spielen sollte. Dennoch trat Pauli am vergangenen Sonntag mit ihr an, sogar in Bestbesetzung. Irgendwie auch klar, denn die Mannschaft will wieder in die 2.Liga und kann sich einen Ausrutscher deshalb nicht leisten, da müssen 5 Tage zur Vorbereitung und Anreise in den Iran genügen. Jedenfalls war unsere Vorbereitung daher etwas durcheinander geraten.

FC St. Pauli              5 - 3 Schachfreunde Hamburg    
 1 Socko,Monika           ½ : ½ Sawatzki,Frank          1
 2 Feuerstack,Aljoscha    1 : 0 Bokelbrink,Uwe          2
 3 Michna,Marta           1 : 0 Ritscher,Jan-Paul,Dr.   3
 4 Voigt,Martin           ½ : ½ Hermesmann,Hans         4
 5 Krause,Jonah           ½ : ½ Kluenger,Marc,Dr.       6
 6 Breyther,Ruediger      ½ : ½ Jaeckle,Marco           7
 7 Perez de Miguel,Alvaro 0 : 1 Kull,Florian            8
 9 Stenner,Patrick        1 : 0 Gremmel,Jonas Simon    17

Jan-Paul geriet mit Weiß gegen die wie immer unkonventionell  agierende Marta Michna schnell auf die Verliererstraße. Unser Nachwuchsspieler Jonas Gremmel hatte es bei seinem Debüt gegen den Routinier Patrick Stenner schwer. Soweit ich sehen konnten, verlor er im Mittelspiel die Qualität, hatte aber gewisse Kompensation. Aber Stenner spielte stark weiter und Jonas musste trotz hartnäckiger Gegenwehr schließlich die Segel streichen. Uwes Stellung schien mir zunächst aussichtsreich. In einer königsindischen Struktur (Bauern e4, d5 gegen e5, d6), die sich aus einem Sizilianer ergeben hatte, kam er zum thematischen f7-f5. Dann aber brach Aljoscha etwas überraschend am Damenflügel durch und konnte die schwarze Stellung schließlich mit einem Scheinopfer eines Springers auf e5 aushebeln. Zwischenzeitlich hatte Marc Remis gemacht, während Marco und Hans aber komplizierte Stellungsprobleme lösen mussten. Meine Partie war relativ höhepunktlos; ein kurzes taktisches Handgemenge führte zu einer Mehrqualität, die ich aber umgehend für einen letztlich doch nur symbolischen positionellen Vorteil zurückgeben musste – Remis. Dasselbe Ergebnis ergab sich dann auch bei Hans und Marco. Florian, dessen Partie in der hinteren Ecke des nicht optimal ausgeleuchteten Partyraumes der St.Pauli-Fans ausgetragen wurde, kämpfte als Letzter. Zunächst hieß es, er stehe deutlich besser. Als ich ans Brett kam, schien der Vorteil aber wieder verflogen zu sein. Man sah ein kompliziertes Schwerfigurenendspiel mit Freibauern auf beiden Flügeln. „Irgendwie“ hat er es dann aber doch geschafft, den Ehrentreffer zu landen!

Fazit: Eine erwartete Niederlagen gegen den absoluten Aufstiegsfavoriten. Hätte nicht sein müssen; mit etwas Glück hätte es auch mindestens 4-4 heißen können. Der 4. Tabellenplatz trügt etwas, der Vorsprung auf den 8. und 9. Platz beträgt nur 2 Punkt. Und Brettpunkte weniger haben nur die beiden derzeit Letzten Marmstorf und Rostock. Dafür ist unser Restprogramm relativ leicht und dementsprechend bewertet das Liga-Orakel unsere Gefährdung mit unter 2% – niedriger ist nur noch unsere Aufstiegswahrscheinlichkeit. In 10 Tagen geht es zuhause gegen die 3. vom HSK.

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Partie Brynell-Sawatzki

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Jan 182017
 

 Posted by at 10:24

Unbedingt antesten: Das Liga-Orakel

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Jan 172017
 

Das Liga-Orakel ist eine Seite, die aufgrund des aktuellen Tabellenstandes und der Wertungszahlen Prognosen für die Platzierung am Saisonende erstellt.

Mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 99% sollten wir nach der gespielten 4. Runde also nicht mehr absteigen.

Die Wahrscheinlichkeit für den 3. Platz liegt bei gut 10%. Die größte Wahrscheinlichkeit besteht für den 4. Platz mit etwa 25% usw.

 Posted by at 19:54

Klarer 5-3 Sieg gegen Rostock

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Jan 172017
 
Schachfreunde Hamburg     5 - 3 SSC Rostock 07           
 1 Sawatzki,Frank         1 : 0 Brynell,Stellan         1
 2 Bokelbrink,Uwe         ½ : ½ Rudolf,Henrik,Dr.       2
 3 Ritscher,Jan-Paul,Dr.  ½ : ½ Jaster,Robert,Prof. Dr  4
 4 Hermesmann,Hans        1 : 0 Pererva,Viktor          5
 6 Kluenger,Marc,Dr.      0 : 1 Mangold,Thomas          6
 7 Jaeckle,Marco          1 : 0 Engel,Gunnar            7
 8 Kull,Florian           0 : 1 Celmer,Ole              8
 9 Hermann,Matthias       1 : 0 Jeske,Holger           12

Am vergangenen Sonntag hatten wir den SSC Rostock 07 zu Gast im Bauerverlag. Nach dem Rückzug aus der 2. Bundesliga haben etliche starke Spieler den Verein verlassen; aus dem alten Team sind nur noch die ersten 4 übrig, von denen mit Skibbe, an 3 gesetzt, sogar ein wichtiger Spieler fehlte; ab Brett 4 brach die ELO-Zahl ein: Im Schnitt lagen wir an den Brettern 4 bis 8 mit über 220 Punkten vorne (2222 zu 2000), an 2 bis 8 immerhin noch mit 150 Punkten (2240 zu 2090). Nur an Brett 1 hatten die Gäste ein ELO-Plus von 100 Punkten. Insgesamt lagen wir im Schnitt mit 120 Punkten vorne (2253 zu 2133), auf dem Papier waren wir also klar favorisiert.

Etwas überraschend war es, dass wir vorne klar mit 3-1 gewannen, an 5-8 aber nur ein 2-2 holen konnten. Was war passiert? Marc und Florian, beide mit Schwarz, kamen nie so richtig in die Partie. Florian dezentralisierte seinen Springer und geriet plötzlich in der Mitte unter Druck. Zwar schien es, als könnte er diesen abschütteln; aber plötzlich verlor er dann eine Qualität und später auch die Partie. Marc hatte nach der Eröffnung eine schöne Stellung mit Angriffschancen am Königsflügel. Statt darauf zu setzen, ging er mit einem passiven Damenrückzug auf Bauernfang. Plötzlich konnte der Gegner nun aktiv werden und Marc verlor schließlich.

An den anderen Brettern war es zunächst gemischt. Hans hatte klaren Eröffnungsvorteil, den er nach nachlässigem Spiel seines Gegners und einem Verzweiflungsopfer schnell zum Sieg verdichten konnte. Marco hatte wohl in der Eröffnung Probleme, kurze Zeit später dann aber eine sichere Stellung mit positionellen Vorteilen. Uwe schien aus der Eröffnung heraus einen deutlichen Vorteil zu haben; Rudolf konterte dann aber überraschend mit einem Bauernopfer und überlegenem Spiel mit starkem Bauernzentrum, Läuferpaar und besserer Entwicklung – das sah gar nicht gut aus. Matthias hatte anfangs eine gute Stellung, verlor dann aber wohl etwas den Faden, man musste sich Sorgen machen! Jan-Paul, mit Schwarz spielend, hatte eine typische Reti-Struktur (Bauern e4 gegen e5) mit gutem Grip auf den schwarzen Feldern als Ersatz für das Läuferpaar, aber dennoch war es wohl der Weiße, der etwas Initiative hatte. Ich spielte mit Schwarz. Es stand bald eine slawische Position auf dem Brett, die ich einigermaßen vorbereitet hatte und die mein Gegner zu meiner Überraschung nicht besser als ich zu kennen schien. Zumindest verbrauchte er viel Zeit und spielte dann etwas inkonsequent, sodass ich den Eindruck hatte, mit vollem Ausgleich aus der Eröffnung gekommen zu sein.

Ich meine, es war Matthias, der – etwas überraschend – als Zweiter gewann. Obwohl er nach Auffassung aller Kibitze über weite Strecken schlechter gestanden hatte, gelang es ihm nach und nach, wieder Boden gutzumachen. Wahrscheinlich war es auch das Elo-Plus von gut 260 Punkten, das sich am Ende auszahlte: Matthias gewann schließlich deutlich. Zwischenstand: 2-2.

Ich glaube, meine Partie endete als nächste. Nachdem mein Gegner unter Tempoverlust doch noch ein aggressives Bauernzentrum zu Lasten seiner Entwiclung aufgebaut hatte, besaß ich bereits etwas Initiative, die dann nach einer weiteren Ungenauigkeit schließlich zu einem doppelten Bauerngewinn führte. Unter Zeitdruck gelang es Brynell nicht mehr, Gegenspiel aufzubauen, und ich konnte die Partie mit einem direkten Angriff auf den König beenden: 3-2.

Jetzt liefen noch die Partien von Uwe, Jan-Paul und Marco.

Marco hatte seinen Positionsvorteil mittlerweile in einen Mehrbauern im Damenendspiel transformiert, das er schließlich souverän gewann! Jan-Paul wickelte zwischenzeitlich in ein klar remises Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern ab: 4,5:2,5. Obwohl der Sieg damit bereits feststand, kämpfte Uwe wie ein Löwe um den halben Punkt. Der Gegner hatte wirklich „alles“: bewegliche, weit vorgerückte und verbundene Bauern in der Mitte, Läufer gegen Springerpaar. Schließlich konnten die Springer aber genügend Halt finden und die Bauern ausgebremst werden – Remis! Unglaublich! Eine sagenhafte Verteidigungsleistung nach einer emotionalen Achterbahnfahrt.

Endstand: 5-3

Fazit: Ein schöner Sieg, der der Mannschaft noch mehr Sicherheit gibt. – Allerdings gegen eine gegenüber den Vorjahren arg geschwächte Truppe, die uns nominell haushoch unterlegen war.

In knapp 3 Wochen geht es nun auswärts gegen den Tabellenführer und Favoriten, den FC St. Pauli.

 Posted by at 19:48

Partie Sawatzki-Hochgräfe

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Dez 082016
 

 Posted by at 13:05

4-4 gegen Diogenes

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Dez 082016
 
SC Diogenes               4 - 4 Schachfreunde Hamburg    
 1 Hochgraefe,Markus,Dr.  0 : 1 Sawatzki,Frank          1
 3 Schulenburg,Fabian     1 : 0 Bokelbrink,Uwe          2
 4 Korba,Roman            ½ : ½ Ritscher,Jan-Paul,Dr.   3
 5 Schulenburg,Torben     ½ : ½ Hermesmann,Hans         4
 6 Stephan,Axel           ½ : ½ Kluenger,Marc,Dr.       6
 7 Gottuk,Stefan          ½ : ½ Jaeckle,Marco           7
 8 Laqua,Christian        ½ : ½ Kull,Florian            8
17 Woelk,Tom-Frederic     ½ : ½ Zimmermann,Martin      10

Nach langem und zähem Kampf gelang uns ein 4-4 gegen unseren Schwesterverein.

Relativ schnell endeten zunächst die Schwarzpartien von Marco und Martin unentschieden. Bei einer Elodifferenz von über 200 Punkten am 8. Brett sicherlich ein erster kleiner Teilerfolg für die Gastgeber. Soweit ich das beurteilen konnte, hatten Florian, Marc und Jan-Paul sehr gute Stellungen. Uwe stand aber kritisch und Hans bestenfalls ausgeglichen. Ich selbst hatte den Eindruck, eine leichte Initiative zu haben, musste aber sehr vorsichtig spielen. Uwes König war in der Mitte stecken geblieben und trotz zäher Verteidigung entschied schließlich ein Qualitätsopfer die Partie zugunsten seines Gegners.
Eingangs der Zeitnotphase liefen alle anderen Partien noch. Da ich ausnahmsweise einmal die bessere Zeit hatte, verschärfte ich das Spiel um den 30. Zug herum mit einem nicht ganz korrekten positionellen Bauernopfer (siehe die Partie). Markus, der noch etwa 7 Minuten für 10 Züge hatte, erwiderte nicht am stärksten, und so hatte ich ein gutes Spiel. Nach einem Bauernraub brach die schwarze Stellung dann im 40. Zug (!) zusammen.
An den anderen Brettern hatte sich inzwischen auch so einiges getan: Jan-Pauls Vorteil war dahin und er kämpfte in einem Endspiel Turm (Jan-Paul) gegen 2 verbundene Freibauern (Roman) (schließlich erfolgreich) um das Remis. Hans‘ Partie endete ebenfalls friedlich; eine gute Verteidigungsleistung! Auch Florian hatte Remis gemacht, ich weiß darüber aber leider nichts Genaueres.
Nun liefen nur noch 2 Partien. Nachdem ich schließlich gewonnen hatte, knetete Marc noch eifrig weiter eine schwierige Benoni-Struktur mit Damen und ungleichfarbigen Läufern. Es ging mittlerweile auf 17 Uhr zu. Unter Bauernopfer muss es seinem Gegner wohl gelungen sein, sich zu aktivieren, sodass Marc seine Angriffsideen begraben konnte. Abtausch der Damen und Remis im Leichtfigurenendspiel respektive Dauerschach war unvermeidlich – Remis.

Insgesamt ein faires 4-4, das beiden Mannschaften nicht weh tut (naja, vielleicht den Aufstiegsambitionen von Diogenes.)

 Posted by at 12:28

dünne Luft in der Oberliga

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Okt 252016
 

Zum Start in die neue Saison ging es gleich gegen einen der beiden Favoriten zu Werke. Wie zu erwarten war, kamen die Schachfreunde aus Schwerin nahezu in Bestbesetzung, denn trotz einiger Abgänge dürfte der Verein den Wiederaufstieg in die 2. Liga im Auge haben. Bei uns fehlten aus unterschiedlichen Gründen zwei Spieler mit 2200+, was zu der recht hohen Niederlage beigetragen haben dürfte.

Schachfreunde Hamburg     1½-6½ Schachfreunde Schwerin   
 1 Sawatzki,Frank         0 : 1 Danielsen,Henrik        1
 2 Bokelbrink,Uwe         0 : 1 Spivak,Ilya             2
 3 Ritscher,Jan-Paul,Dr.  0 : 1 Kesten,Sebastian        3
 4 Hermesmann,Hans        1 : 0 Reichmann,Hendrik       5
 7 Jaeckle,Marco          0 : 1 Schulz,Karsten          6
 8 Kull,Florian           0 : 1 Wolf,Christoph          7
10 Zimmermann,Martin      0 : 1 Grahl,Arvid             8
11 Dietz,Juergen          ½ : ½ Rittemann,Steffen      10

Der einzige Sieg ging an Hans, der seinen Gegner von Beginn an gut unter Kontrolle hatte. Juergens Remis hätte eigentlich ein Sieg sein müssen (er ließ unter anderem einen Figurengewinn aus).
Alle übrigen Partien gingen verloren:
Uwe, mit Weiß spielend, hatte seinen Gegner zunächst eisern im Griff und verbesserte langsam aber sicher seine Position. Nach einem aus der Not geborenen Qualitätsopfer war er nur einen kurzen Moment unaufmerksam, und statt den Sack positionell zuzumachen, lockerte er den Griff etwas. Der Gegner offerierte zudem geschickt ein Remisangebot, möglicherweise um Uwe in der nun nur noch ausgeglichenen Stellung in Sicherheit zu wiegen. Die Zeitnot tat ihr Übriges und Uwe musste bald die Niederlage quittieren.
Jan-Paul hatte eine Benoni-Struktur mit vertauschten Farben auf dem Brett. Das Spiel entwickelte sich ziemlich folgerichtig. Dann allerdings verpasste unser Mann an einer Stelle die notwendige Fortsetzung und musste fortan eine positionelle Ruine verwalten, was trotz ideenreicher Gegenwehr zur Niederlage führte.
Marco hatte nach eigener Aussage einfach einen schlechten Tag erwischt; Florian opferte früh einen Bauern für Kompensation, die dann aber bald verloren ging; Martin bekam nach schwieriger Eröffnung plötzlich Spiel, verpasste in Zeitnot dann aber den möglichen Sieg.
Ich selbst hielt zunächst gut mit und witterte nach langem schwerblütigem Manövrieren im 35. Zug endlich die Chance, mit einem Scheinopfer die Initiative zu übernehmen. Kurz darauf verpasste ich in der Annahme, etwas im Vorteil zu sein, den „todsicheren“ Ausgleich. Als mir dann langsam dämmerte, dass alles doch nicht so einfach ist, warf ich die nur etwas schlechtere Stellung mit einem einzigen Fehler über Bord.

Ja ja, in der Oberliga weht nun wieder ein ganz anderer Wind. In der kommenden Runde erwarten wir mit Neumünster einen deutlich leichteren Gegner.

Partie folgen noch.

 

 Posted by at 12:18