Klarer 5,5 : 2,5-Sieg gegen SKJE

 Uncategorized  Kommentare deaktiviert für Klarer 5,5 : 2,5-Sieg gegen SKJE
Dez 202018
 

Am vergangenen Sonntag hatten wir die Schachfreunde aus Eppendorf zu Gast im Bauerverlag.

Beide Teams waren annähernd in Bestbesetzung. Bei den Gästen kamen die Keyser-Zwillinge zum Einsatz. Einmal verwechselte ich deshalb das Brett und war überrascht, als sich Jürgen und nicht Florian ans Brett setzte. Bei gleicher Kleidung sind die beiden kaum zu unterscheiden; vielleicht sollte die FIDE einen zusätzlichen Zwillingsparagraphen in ihr bereits aufgeblähtes Regelwerk übernehmen. Schneller noch als Jürgen erreichte Florian eine positionelle Gewinnstellung:


Nach dem erzwungenen 25.f3 fand der König auf e3 ein sicheres Feld und Schwarz bleibt nur eine positionelle Ruine. Florian gewann sicher im Endspiel.

Auch Jürgen erteilte in seiner Hausvariante eine positionelle Lektion. In der Diagrammstellung brach die schwarze Stellung nach dem thematischen Hebel 18.a5 bald zusammen.

Den dritten Punkt sollte dann eigentlich Axel beisteuern. Er hatte Zart mit Schwarz komplett überspielt und folgende Stellung erreicht:

Weiß ist im Zugzwang; ihm bleibt nichts Besseres, als mit 41.Td3 die Qualität zu geben. Unglücklicherweise stellte Axel dann aber ein paar Züge später eine Figur und damit praktisch sofort die bis dahin gut gespielte Partie ein. Schade!

Uwe hatte Weiß gegen den aufstrebenden Can Ertan. In einem Spanier, in dem nicht viel los war, verschärfte er das Spiel, wurde dann aber ausgekontert. (Die Partie fehlt leider.)

Hans spielte mit Weiß das scharfe Breyer-System gegen Nimzoindisch. Für einen Minusbauern hatte er starke Kompensation:

… die er hier mit dem starken 26.Df3! zu bereits gewinnbringendem Vorteil ausbaute.

Marc, mit Schwarz gegen Hendrik Schüler, hatte einmal mehr ein Endspiel mit Schwerfigurenbeteiligung auf dem Brett:

Weiß griff hier mit 25.a5 zum ersten Mal daneben; nach 25…Kd5! 26.Tb4? Lc7 27.Tb7 Kc6 28.a6 Tb8!

wurde langsam klar, dass Weiß sich verrannt hat. 29.Txa7 verliert nach Txb2 den Läufer (der schwarze Raumvorteil lässt grüßen) und nach dem unvermeidlichen Turmtausch verlor Weiß am Damenflügel einen Bauern und damit bald auch die Partie. Sehr schön!

Jan-Paul hatte mit Schwarz in einem Katalanen thematisch eine solide Stellung erreicht und die Partie endete unaufgeregt bereits im 21. Zug mit einem Remis.

Ich selbst konnte mich für eine vor 3 Jahren erlittene Niederlage revanchieren und Tom Wedberg in einem Paulsen-Sizilianer schließlich niederringen:

Schwarz hat soeben 37…Ta7 gespielt und droht jetzt mit Txa2! zu gewinnen. Wedberg konterte mit 38.De3, was sowohl den Ta7 angreift als auch Txg7 droht. Schwarz ist aber nur scheinbar überlastet. Es folgte 38…Dd5 (Dxh5 war sogar besser), was die Drohung Txa2 erneuert.

Bei herunterlaufender Zeit fand Weiß nun nicht den richtigen Zug. Neben 39.a4, was einen Bauern opfert, aber die Partie halten sollte, wahrt trocken 39.Kc1! das Gleichgewicht. Ohne ein Schachgebot ist Txa2 unmöglich, da g7 hängt. In der Partie folgte stattdessen 39.Dxa7? Dxe5+ 40.Kc1

40…c5!. Weiß verliert nun forciert den Turm; nach 41.d7 De3+ gab er auf.

Fazit: Ein schöner Sieg, der die letzte Niederlage fast vergessen macht. Am 20.01.2019 geht es dann auswärts gegen Preetz.

Schachfreunde HH SK Johanneum Eppendorf
1 FM 2392 GER Frank Sawatzki 1 : 0 Tom Wedberg SWE 2430 GM 1
2 2307 GER Uwe Bokelbrink 0 : 1 Can Ertan TUR 2417 FM 3
3 2227 GER Axel Neffe 0 : 1 Ruediger Zart GER 2149 4
4 FM 2244 GER Hans Hermesmann 1 : 0 Christoph Schroeder GER 2169 5
5 FM 2245 GER Dr. Jan-Paul Ritscher ½ : ½ Alexander von Gleich GER 2323 7
8 2185 GER Florian Kull 1 : 0 Robin Keyser GER 2017 8
9 2184 GER Dr. Marc Klünger 1 : 0 Hendrik Schüler GER 2115 9
10 FM 2157 GER Jürgen Dietz 1 : 0 Philipp Keyser GER 2025 17
 Posted by at 19:03

lauter verpasste Chancen: unglückliche 3,5-4,5-Niederlage gegen Diogenes

 Uncategorized  Kommentare deaktiviert für lauter verpasste Chancen: unglückliche 3,5-4,5-Niederlage gegen Diogenes
Dez 042018
 

Am vorletzten Sonntag waren wir zu Gast bei unserem Schwesterverein, dem SC Diogenes. Wir traten in Bestbesetzung an, Diogenes setzte an 8, etwas überraschend, einen Nachwuchsspieler mit unter 2000 ein. Dieser kam allerdings bereits zum 2. Mal zum Einsatz und hatte bereits gepunktet.

Jens und ich waren recht früh fertig. Jens konnte mit Schwarz in einem Londoner System früh ausgleichen und nahm dann, bereits im Endspiel, das Remisangebot von Gottuk an. Ich spielte mit Weiß gegen Markus Hochgräfe und erhielt ebenfalls ein Remisangebot, das ich nach langem Nachdenken dann auch annahm. Abgesehen von der Stellung, die der Rechner mit 0.00 bewertet, und einer abklingenden Erkältung bleibt als Ausrede nur der subjektiv positiv empfundene Spielstand des Kampfes. Uwes Stellung schien mir ausgeglichen, Axels undurchsichtig, Hans saß fest im Sattel, Jan-Paul, zumindest auf den ersten Blick, ebenfalls. Florian hatte leichten Vorteil in einer typischen Philidor-Struktur gegen den sehr soliden Christian Laqua, und Marc schien klaren positionellen Vorteil zu haben und kurz vor einem Bauerngewinn zu stehen, als ich ging. Hans hatte seinen Gegner in einer königsindischen Struktur souverän überspielt und schloss hier wie folgt ab:

36…Tf1+!, Aufgabe.

Uwe hatte nach etwas laschem Spiel seines Gegners den todsicheren Ausgleich vor Augen, entschied sich dann aber für eine andere Fortsetzung und stand von da an etwas schlechter. Nach langem Kampf verlor er schließlich gar.

Hier hätte 22…e3 leicht ausgeglichen.

Axel spielte sehr dynamisch und erreichte, bereits in leichter Zeitnot, folgende Stellung:

Der einzige aktive Plan von Weiß besteht in h4-h5. Nach sofortigem 19.h4? folgte allerdings 19…h5! und nach 20.Thg1 Kh7 21.Tg2 Lf6 hatte Schwarz keine Probleme, g6 zu decken und stand aufgrund der Bauernstruktur besser. Richtig war in der Diagrammstellung daher 19.Tdg1!, was h5 verhindert und Weiß gefühlt das etwas bessere Spiel überlassen hätte. Stattdessen kämpfte Axel dann tapfer mit dem Rücken zur Wand, musste sich aber schließlich geschlagen geben.

Jan-Paul bot Korba, der wie immer in Zeitnot kam, im richtigen Moment geschickt Remis an, was dieser in besserer Stellung annahm:

Nach 23…Lxe4 24.Txe4 Tdg8 mit den starken Drohungen .. .Lg5 (-e3+) und …Dh7 hätte er indes starken Angriff gehabt.

Florian spielte in der nächsten Diagrammstellung etwas unbegreiflich 21.Tea1? und stand nach der Folge 21…Dxd3 22.cxd3 e4 mit einer Qualität weniger klar schlechter; vermutlich zeitbedingt einige man sich aber im 29. auf Remis. Statt 21.Tea1 hätte einfach 21.c4 nebst 22.Sd2 Weiß deutlichen Vorteil gesichert.

Nun lag es an Marc, dessen Stellung aber leider nicht so einfach war, wie es das planlose Spiel des Gegner verdient gehabt hätte.

Hier hätte Marc, wie nach der Partie festgestellt wurde, 28…Sf6 spielen sollen. Nach 29.Lxf6 Kxf6 30.g3 (was sonst?) Lxd2 31.Tcxd2 Txc4 32.d5, wie von Marc befürchtet, behält 32…Te4 alles unter Kontrolle und Schwarz nahezu eine Gewinnstellung, die technisch natürlich nicht einfach zu verwerten ist.

In der Partie folgte stattdessen 28…Lxd2 29.Txc4 Txc4 30.d5!

Hier hatte Marc sich auf 31…Te4? verlassen (31…Sf6 ist ausgeglichen), aber leider 31.Txe4 fxe4 32.dxe6 Kxe6 33.f5+! übersehen, was eine Figur, zum Glück aber nicht die Partie verlor, da Marc noch genügend Bauern von Weiß erobern konnte und schließlich das Endspiel T+L gegen T remis halten konnte!

Fazit: Eine überflüssige Niederlage, zu der viel zusammenkam. Beim nächsten Kampf läuft es hoffentlich besser.

 

SC Diogenes Schachfreunde HH
1 FM 2413 GER Dr. Markus Hochgräfe ½ : ½ Frank Sawatzki GER 2392 FM 1
2 2268 GER Dr. Fabian Schulenburg 1 : 0 Uwe Bokelbrink GER 2307 2
4 2166 GER Torben Schulenburg 1 : 0 Axel Neffe GER 2227 3
5 2204 GER Axel Stephan 0 : 1 Hans Hermesmann GER 2244 FM 4
6 2145 GER Roman Korba ½ : ½ Dr. Jan-Paul Ritscher GER 2245 FM 5
7 FM 2179 GER Stefan Gottuk ½ : ½ Jens Andersen GER 2140 7
8 2130 GER Christian Laqua ½ : ½ Florian Kull GER 2185 8
17 1940 GER Leon Fabian Apitzsch ½ : ½ Dr. Marc Klünger GER 2184 9
 Posted by at 19:15

Bericht vom Xtracon-Open in Helsingoer 2018

 Uncategorized  Kommentare deaktiviert für Bericht vom Xtracon-Open in Helsingoer 2018
Aug 102018
 

Nach 13 Jahren Abstinenz nahm ich in diesem Jahr am stark besetzten 10-rundigen Open in Helsingør, Dänemark, teil, das vom 21. bis 29.07. ausgetragen wurde. 400 Teilnehmer waren am Start: davon allein 28 GMs und 28 IMs; die Spitze wurde von den 2700ern Nikita Vitiugov und Dmitry Andreikin angeführt. Mit dabei war auch der amtierende Europameister Ivan Saric; für Weltklasseatmosphäre sorgten außerdem klangvolle Namen wie Baadur Jobava, Alexei Shirov, Johann Hjartarson und Jan Timman. Aus Norwegen waren die Sekundanten und Teamkollegen von Magnus Carlsen, Jon Ludvig Hammer, Simen Agdestein, der hochgehandelte Frode Urkedal und der amtierende Jugendweltmeister Aryan Tari dabei. Dänemark wurde in der Spitze von Sune Berg Hansen repräsentiert. Zur großen deutschen Delegation gehörten Rasmus Svane und das Supertalent Vincent Keymer, die beide den Turnierverlauf maßgeblich beeinflussen sollten. (Weitere allgemeine Infos hier im Artikel von G. Densing.)
Der Austragungsort, das große Tagungshotel Konventum, am Stadtrand in unmittelbarer Nähe zur Ostsee gelegen, war fantastisch; vor allem der Ausblick über den Park hinweg auf den Öresund, den man praktisch von überall aus genießen konnte, sogar während der Partie. Im Unterschied zu den meisten Turnieren gab es etwa 8 Spielräume, der größte fasste gut 30 Bretter. Viele der Räume gingen von einem einzigen, an M.C. Escher erinnernden Treppenhaus ab, in dem man sich erstmal zurechtfinden musste. Aber alles war hervorragend organisiert, und im Zweifelsfall konnte man sich immer an das freundliche Organisationsteam wenden. Handys konnten gegen Quittung problemlos abgegeben werden (das kannte ich so noch nicht). Eisgekühltes Trinkwasser stand in rauen Mengen jederzeit bereit, Tee und Kaffee waren ebenfalls kostenlos. Hauptsponsor des Turniers ist Xtracon, eine Internetfirma aus Kopenhagen, die außerdem für eine herausragende technische Unterstützung sorgte: Über 50 Bretter wurden jeweils live ins Netz übertragen, GM Lars Schandorff kommentierte ausgewählte Partien vor Publikum (allerdings nur auf Dänisch) und im Livestream. Zum reichhaltigen Rahmenprogramm gehörten außerdem eine Simultanveranstaltung mit GM Hjartarson, zwei Blitzturniere und Vorträge, unter anderem von Jacob Aagaard.
Ich war gemeinsam mit meinem alten Schachfreund Frank Buchenau vor Ort; wir haben vor allem in den 90ern unsere Studienzeit durch Turniere in Spanien und Ungarn vergoldet und verlängert. Frank hatte außerdem noch den bekannten Organisator und Schachliebhaber Karol Lalla dabei, die beide auf dem örtlichen Campingplatz wohnten, während ich über Airbnb privat untergekommen war.  Aus dem Norden mit dabei waren ebenfalls Bernd Laubsch, Markus Lammers und David Hoeffer. Im heimischen Hamburg verfolgten besonders Marc und mein Sohn Finn das Geschehen. Marc spornte mich regelmäßig an, auch nach dem kleinen Knick in der Turniermitte. Danke!

Mit einer ELO von 2380 war ich an 53 gesetzt. Mein persönliches Ziel war von vornherein klar: gut spielen und eine IM-Norm erreichen. Um es vorwegzunehmen: Es hätte fast geklappt.
Es wurde jeweils streng nach Setzliste gelost, nicht nach Buchholz. So konnte man sich schon zu Beginn ausrechnen, wann es ernst werden würde. Meine Rechnung ging knapp auf: Ich bekam in den ersten drei Runden etwas schwächere Gegner und konnte so gut die einzige Doppelrunde am 2. Tag überstehen. Obwohl ich schließlich mit 3 aus 3 dastand, waren die Partien in Runde 2 und 3 bereits ziemlich umkämpft. In Runde 2 spielte ich gegen den Bremer Nachwuchsspieler Collin Colbow, der zudem von Jonathan Carlstedt betreut wurde. Aber zum einzigen Mal im Turnier griff meine Vorbereitung relativ gut und ich konnte im weiteren Verlauf einen thematischen Sieg mittels eines sizilianischen Qualitätsopfers erzielen.

In Runde 4 ging es mit Schwarz dann gegen den aufstrebenden jungen IM Björn-Moeller Ohlsen, der übrigens auch für Preetz in der Oberliga spielt. In einem remisträchtigen Endspiel T+L gegen T+L und Bauern auf beiden Flügeln leistete er sich ein paar Ungenauigkeiten. Am Wendepunkt der Partie bot er Remis an, um nach meiner Absage erneut zu optimistisch fortzusetzen. Am Ende konnte ich nach 5 Stunden Arbeit schließlich studienartig gewinnen.

vorne GM Saric gegen GM Hammer, hinten GM Svane und ein Amateur

Zur Belohnung durfte ich nun an einem der Spitzenbretter spielen. Die ersten 11 Bretter befanden sich in einem kleinen Saal mit Bühne und Zuhörerrängen, von denen aus man die Partien außerdem über eine Großbildprojektion verfolgen konnte. Im Unterschied zu den anderen Räumen herrschte hier fast absolute Stille, die nur vom Säuseln der Klimaanlage begleitet wurde. An den Nebenbrettern spielten Svane, Agdestein, Hammer, Jobava, Shirov und co. Und ich gegen Frode Urkedal, einen jungen norwegischen GM, Mitglied der Nationalmannschaft. Die Vorbereitung griff nicht, so improvisierte ich gegen einen Najdorfsizilianer; das resultierende Mittelspiel war dann recht ausgeglichen, um nicht zu sagen langweilig, und die Partie endete nach 50 Zügen mit einem Unentschieden. Mit 4,5 aus 5 stand ich nach wie vor glänzend da, aber nun musste ich am Folgetag mit Schwarz gegen Rasmus Svane ran. Erneut griff die Vorbeitung nicht, und schon nach 10 Zügen hatte ich viel Zeit verbraucht. In der Diagrammstellung wurde ich von e6! überrascht.

Eine bittere Niederlage, die mir aber meine Baustellen klar vor Augen geführt hat. Aber es kam noch (etwas) dicker, das Los bescherte mir den 2. der Setzliste, GM Andrejkin. Normalerweise hätte ich mich über ein Match gegen einen so starken GM gefreut, aber ich war bereits so erschöpft, dass ich mir Ruhe verordnete und statt intensiver Vorbereitung lieber ausschlief und etwas Sport trieb. Die Partie ging dann leider etwas an mir vorbei; schon in der Eröffnung (die ich natürlich nicht genau kannte) zog ich zu hastig. Ich konnte die Energie an diesem Tag einfach nicht aufbringen, mich schon in den ersten 10 Zügen voll hineinzuknien. Er spielte recht schnell und ich passte mich seinem Tempo an. Schon bald stand ich sehr passiv; schließlich wickelte er in ein letztlich klar gewonnenes Endspiel ab, das nur auf den ersten Blick noch Chancen bot.

Durch die starke Gegnerschaft hatte ich nun noch immer eine recht gute Performance, also nach wie vor beste Chancen auf eine Norm. Nun musste ich also „nur noch“ gegen schwächere Gegner anständig punkten (um den fallenden Schnitt auszugleichen).

Zum Unvermögen kam nun leider auch noch Pech dazu, denn in Runde 8 und 10 bekam ich mit Schwarz zwei aufstrebende Jugendliche zugelost. In der Schlussrunde brauchte ich nun unbedingt einen Sieg für die Norm. Die weißen Steine führte der 16-jährige dänische Nachwuchsspieler Andre Nielsen, der mit etwa 2150 aus meiner Sicht klar unterbewertet war (allein im Juli gewann er schließlich 160 Punkten und machte einen Sprung auf über 2300). Ich steuerte erstmals eine Scheweninger Struktur an. In der Diagrammstellung hätte man wohl zum strategisch wünschenswerten …Lf6 greifen müssen, auch wenn Weiß zumindest auf den ersten Blick chancenreich opfern kann. Das Thema war mir zwar geläufig, aber ich konnte mich einfach nicht dazu durchringen und setzte etwas passiver mit ….Se5 fort.

Damit war die Chance vertan. Im Falle eines Sieges wäre sogar noch ein Ratingpreis abgefallen. Übrigens auch für meinen Gegner, der mit einem Sieg ebenfalls eine IM-Norm erzielt hätte.

Frank Buchenaus Turnierschicksal war in etwa vergleichbar: Auch er schlug in der Mitte des Turniers einen starken IM und hätte in der Vorschlussrunde mit Weiß gegen Johann Hjartarson punkten müssen, um sich noch Chancen auf eine Norm zu wahren. Er erreichte nach der Eröffnung eine gute Stellung, war dann aber etwas zu gierig.

In der Schlussrunde remisierte Frank dann noch mit Schwarz gegen Aagaard und sicherte sich damit verdient ein paar ELO-Punkte.

Bernd Laubsch hatte zur Turniermitte gegen zwei GMs remisiert und lag gut im Feld, aber auch ihm ging zum Ende hin dann etwas die Puste aus. In der Schlussrunde hatte er eine chancenreiche, aber hochkomplizierte Stellung gegen den jungen dänischen Nachwuchsstar Jonas Bjerre (den Uwe übrigens zuletzt in der Oberliga in einer starken Partie besiegt hatte):

Fazit: Entgegen meinen Befürchtungen hat sich der Wiedereinstieg in die Turnierarena gut angefühlt. Neben der Anstrengung sorgten die gute Turnieratmosphäre und der Austragungsort trotzdem für Entspannung und Ablenkung. Ein wirklich schönes Turnier in toller Umgebung, perfekt und liebevoll organisiert. Wenn es passt, bin ich im nächsten Jahr wieder dabei.

 

 Posted by at 15:03

Partie Ritscher-Schmidt

 Uncategorized  Kommentare deaktiviert für Partie Ritscher-Schmidt
Apr 192018
 

 Posted by at 11:27
Apr 152018
 

Au Backe! Nach zuletzt ansprechenden Leistungen brach die Mannschaft heute gegen den Tabellenführer am Ende zusammen. Dabei hatte es zwischenzeitlich so gut ausgesehen!

Hans hatte eine dicke Angriffsstellung gegen seinen jungen Gegner herausgespielt:

Jürgen hatte „seine“ Hausvariante auf dem Brett, und erstmalig erdreistete sich ein Spieler, auf f2 die Qualität mitzunehmen:

Ich hatte eine enorm öde Stellung auf dem Brett; mein erwarteter Gegner Michael Kreuzholz war nicht erschienen, stattdessen saß mir Alexander Rieß gegenüber, ein 17-jähriger, der kürzlich Deutscher Jugendmeister geworden war. Ich spielte den ganz ruhigen Italiener und hatte sogar ein klein wenig Druck, glaubte ich:


Hm, etwas peinlich, ich gebe es zu!
Ganz ähnlich hatte ich schon gegen Gaede vom HSK verloren; auch gegen nominell schwächere Gegner kann man sich nicht alles erlauben.

Jan-Paul spielte eine starke Partie gegen Harald Schmidt, aber um den 35. Zug herum entglitt ihm die gewonnene Stellung mit zwei Mehrbauern gar noch und er verlor schließlich.
Eine Analyse folgt demnächst!

Virtuell hätte es also 2,5 zu 0,5 stehen MÜSSEN. Aber es kam noch dicker.
Ersatzmann Thorsten verlor schließlich nach zäher Gegenwehr mit Schwarz in einem Londoner System gegen Michael Ehrke; das kann passieren.
Aber auch Marco verlor nach unglücklicher Eröffnung bald einen Bauern und war dann im Endspiel chancenlos gegen den jüngeren Svane-Bruder.

Martin verwaltete, nachdem Lampe sein Remisangebot abgeleht hatte, mit Weiß einen nachteiligen Königsinder, konnte den Laden aber doch noch zusammenhalten, um den ersten halben Punkt auf unser KOnto zu buchen!

Am Ende spielte diesmal nur noch Marc. Er hatte ein kompliziertes Doppelturmendspiel auf dem Brett:

Schwarz (Marc) hat für den Bauern offenbar gute Kompensation oder gar Vorteil. Wenn er will, kann er mit Tbc3, drohend Tc1, Tf2 erwingen, aber das ist dann nur Remis, wie die Partie dann auch tatsächlich zuende ging. Eine genaue Analyse folgt möglicherweise noch!

Fazit: Ein unrühmliches Ende einer durchwachsenen Saison ohne besondere Höhepunkte. Mit 9 zu 9 Mannschaftspunkten liegen wir auf dem 6. Platz im gesicherten Mittelfeld, mit Luft nach oben UND unten. Spannender ist es, wenn man auch mal oben mitspielt. Kann das im kommenden Spieljahr gelingen?

Lübecker SV 7 1 Schachfreunde Hamburg
3 Riess, Alexander 1 : 0 Sawatzki, Frank 1
4 Kololli, Martin 1 : 0 Hermesmann, Hans 3
5 Schmidt, Harald 1 : 0 Ritscher, Jan-Paul, Dr. 4
6 Christ, Ralf ½ : ½ Kluenger, Marc, Dr. 5
7 Lampe, Dirk ½ : ½ Zimmermann, Martin 6
8 Svane, Frederik 1 : 0 Jaeckle, Marco 7
9 Poghosyan, Tigran 1 : 0 Dietz, Juergen 8
10 Ehrke, Michael 1 : 0 Jaeger, Thorsten 16
 Posted by at 20:48

Partie Fries-Nielsen – Sawatzki

 Uncategorized  Kommentare deaktiviert für Partie Fries-Nielsen – Sawatzki
Mrz 252018
 

 Posted by at 23:00

5-3 gegen Bargteheide – Saisonziel erreicht!

 Uncategorized  Kommentare deaktiviert für 5-3 gegen Bargteheide – Saisonziel erreicht!
Mrz 252018
 

Am vergangenen Sonntag spielten wir in der 8. Runde gegen den SV Bargteheide. Ein Sieg, das war klar, würde endgültig die Klasse sichern. Ein sattes ELO-Plus und der bisherige Saisonverlauf aus Bargetheider Sicht machten uns zum haushohen Favoriten. Aber wie der letzte Kampf gegen Marmstorf zeigte, war immer noch Vorsicht geboten!

Uwe scheint sich gerade in einen Rausch zu spielen. In der späten Eröffnung opferte er im Stile von Alpha Zero auf lange Sicht eine Figur:

Soeben hat Uwe seelenruhig Tf1 gespielt und droht nun mit zum Beispiel Sf3-g5 den Sack zuzumachen; außerdem ist in der Diagrammstellung auch Dxe5!! möglich. Uwes Gegner verteidigt sich zäher und spielt 21…Ke8; es ergab sich dann folgende Stellung (nach 27.h4):

Die verschachtelten Bauernketten halten Schwarz hinten, sodass Uwe sich langsam aber sicher an die Eroberung des Bauern g7 machen konnte, um dann mit seinen Schwerfiguren einzubrechen und schließlich den König zu erlegen. Insgesamt kreativ und stark gespielt von Uwe, der damit seinen 3. Sieg in Folge eingefahren hat!

Jan-Paul hatte zunächst wenig aus der Eröffnung herausgeholt, aber dann begann sein Gegner, seinen eigenen Läufer systematisch einzumauern; schließlich konnte Jan-Paul auf der offenen g-Linie verdoppeln und den Punkt g7 und einen Bauern erobern:

Schwarz fügte sich hier mit 22…Kh8 in sein Schicksal, 22…g6 hätte nach hxg6 nebst f4 vermutlich noch schneller verloren. Jan-Paul gewann schließlich sicher.

Hans zelebrierte diesmal einen echten Feustel! In der folgenden Stellung hat Weiß zwar den König nach e7 gezwungen, aber Hans‘ starke Kontrolle der schwarzen Zentralfelder gibt Schwarz trotzdem bereits das angehmere Spiel.

Nach 18…De8 konnte Weiß dem Damentausch nicht mehr lange ausweichen, und Hans gewann das Endspiel in gutem Stil.

Auch Marc konnte diesmal  gewinnen und damit seinen ersten Saisonsieg einfahren!

Hier hatte sich der Gegner merkwürdig hingestellt, sodass Marc mit 18…Db5! einen Bauern und später auch die Partie gewinnen konnte.

Martin steuerte nach zahlreichen Abtäuschen und einem ausgeglichenen Endspiel ein Remis zum Gesamtsieg bei. In der Eröffnung spielte er mit Weiß nach 3…Lf5 hier das sehr zahme 4.Le2.

Natürlich muss Weiß hier 4.c4 spielen, um dann etwa mit Db3 gegen den geschwächten Punkt b7 vorzugehen.

Jürgen setzte seinen jungen Gegner mit kreativem und taktischem Spiel schnell unter Druck und gewann schließlich einen Bauern,

der aber angesichts der ungleichen Läufer natürlich weniger ins Gewicht fällt – Remis (in dieser Stellung bereits).

Jonas, frischgebackener Hamburger Meister in der U16, hatte es am 8. Brett mit einer slawischen Struktur zu tun:

Statt hier mit 15.Le2 zurückzuweichen, hätte er mit 15.Sxe5 Lxe5 (15…Dxe5? 16.Lxf7) 16.a4 fortsetzen müssen. In der Partie kam nach 15.Le2 Sfg4! und Schwarz gewann in der Folge taktisch.

Ich selbst hatte es mit dem wiedererstarkten Fries-Nielsen zu tun. Es wurde meine 3. Niederlage gegen ihn. Diesmal konnte ich mich nicht beschweren, während ich beim letzten Mal 2013 ein mehrzügiges Matt ausgelassen hatte. Fries Nilsen pflegt einen unkonventionellen, provokanten Stil. Ich sah keinen Grund, mich zu verstecken, und fand mich aber, mit Schwarz spielend, bald in einer für mich ungewohnten französischen Struktur wieder. Mein Spiel war insgesamt ok, aber zu wenig pointiert und so überließ ich ihm zu einfach die bessere Struktur und das leichtere Spiel. Der Versuch, in Zeitnot mit Gewalt zu Gegenspiel zu kommen, führte dann etwas überaschend zum schnellen Zusammenbruch (siehe die Partie).

Fazit: Das Saisonziel ist erreicht!

Schachfreunde Hamburg 5 3 SV Bargteheide
1 Sawatzki, Frank 0 : 1 Fries-Nielsen, Jens Ove 1
2 Bokelbrink, Uwe 1 : 0 Light, Bjarne 2
3 Hermesmann, Hans 1 : 0 Wolter, Jens 3
4 Ritscher, Jan-Paul, Dr. 1 : 0 Porth, Hartmut 6
5 Kluenger, Marc, Dr. 1 : 0 Peterwitz, Klaus 7
6 Zimmermann, Martin ½ : ½ Thanisch, Matthias 8
8 Dietz, Juergen ½ : ½ Porth, Oliver 9
17 Gremmel, Jonas Simon 0 : 1 Ahlers, Knut 10
 Posted by at 23:00

Knappe 3,5-4,5-Niederlage gegen Königsspringer

 Uncategorized  Kommentare deaktiviert für Knappe 3,5-4,5-Niederlage gegen Königsspringer
Nov 162017
 

Am vergangenen Sonntag traten wir an 16 Brettern bei Königsspringer an – mit zwei Mannschaften. Frank Lamprecht erinnerte mich daran, dass in Urzeiten Vergleiche an 35 Brettern (und mit qualmenden Zigarren) üblich waren. Für mich die Gelgenheit, einmal genauer die von Georg Zippert wunderbar dargestellte Vereinsgeschichte der Schachfreunde zu studieren.

Für die erste Mannschaft lief es, wenn überhaupt, nur etwas besser als zuletzt im Mai, als wir klar mit 3-5 verloren hatten, obwohl Königsspringer damals nur mit 7 Leuten angetraten war.

Das Geschehen entwickelte sich bald zu unseren Ungunsten. Martin geriet, ähnlich wie beim letzten Kampf, in einer modernen sizilianischen Nebenvariante (frühes d3 und Le2) in eine sehr passive Stellung, was letztlich zur Niederlage führte. Hans, sonst in der Eröffnung sehr stark, musste früh seinen wichtigen weißfeldrigen Läufer gegen einen Springer abgeben. Statt sich lange quälen zu lassen, inszenierte er dann noch einen Königsangriff, der aber abgeschlagen werden konnte. Jan-Pauls Gegner war gut vorbereitet und die beiden wiederholten eine ältere Partie, die Jan-Paul aber in der häusslichen Analyse verbessert hatte. An einer Stelle verlor er nach eigener Aussage ein wichtiges Tempo bzw. wählte den falschen Plan, wonach Rosmann schließlich seinen Angriff mit einem sehenwerten Turmopfer und folgendem Matt abschließen konnte. 0 zu 3! Auch Marc wiederholte und verbesserte eine Variante vom letzten Spieltag, das resultierende Endspiel war dann aber ziemlich ausgeglichen: Remis. Uwe spielte mit Schwarz gegen Frank Lamprecht und nahm in einer vollkommen ausgeglichenen Stellung dessen Remisangebot an. Jürgen hatte in seinem holländischen  Bird-System guten „Grip“ auf den schwarzen Felder, um dann etwas unerwartet Remis anzunehmen. Absolutes Highlight des Tages war Florians Partie, der seinen Gegner wunderbar ausspielte und schließlich bei recht vollem Brett mattsetzen konnte (siehe die Partie). Ich selbst kämpfte einmal mehr am längsten. Nach irgendwo etwas vergurkter Eröffnung ergaben sich Komplikationen, die schließlich zu einer Mehrqualität für mich führten, für die Pfreundt aber gewaltige Kompensation besaß. Im 43. Zug konnte ich die Qualität dann für starke Initiative zurückgeben, die nach einem taktischen Einschlag schließlich den vollen Punkt einbrachte.

Fazit: Eine verdiente Niederlage. Mit etwas mehr Fortuna hätte es aber ein 4-4 sein können. Ein kleiner Trost: Laut Liga-Orakel liegt unsere Abstiegswahrscheinlichkeit noch immer bei marginalen 2%. – Und auch die Zweite verlor, und zwar mit 2-6, sodass wir am Ende mit einem 5,5 zu 10,5 nachhause fahren mussten.

Königsspringer HH Schachfreunde Hamburg
1 Pfreundt, Jakob 0 : 1 Sawatzki, Frank 1
2 Lamprecht, Frank ½ : ½ Bokelbrink, Uwe 2
4 Zimmermann, Julian 1 : 0 Hermesmann, Hans 3
5 Rosmann, Ilja 1 : 0 Ritscher, Jan-Paul, Dr. 4
6 Schmidt, Jan-Peter ½ : ½ Kluenger, Marc, Dr. 5
7 Dettmann, Steffen, Dr. 1 : 0 Zimmermann, Martin 6
9 Harder, Clemens ½ : ½ Dietz, Juergen 8
11 Lampe, Joerg 0 : 1 Kull, Florian 9
 Posted by at 22:34

Tolles Finale einer stark vorgetragenen Partie

 Uncategorized  Kommentare deaktiviert für Tolles Finale einer stark vorgetragenen Partie
Nov 162017
 

 Posted by at 22:20

Partie Pedersen-Sawatzki

 Uncategorized  Kommentare deaktiviert für Partie Pedersen-Sawatzki
Okt 242017
 

 Posted by at 14:44