Apr 192018
 

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Apr 152018
 

Au Backe! Nach zuletzt ansprechenden Leistungen brach die Mannschaft heute gegen den Tabellenführer am Ende zusammen. Dabei hatte es zwischenzeitlich so gut ausgesehen!

Hans hatte eine dicke Angriffsstellung gegen seinen jungen Gegner herausgespielt:

Jürgen hatte „seine“ Hausvariante auf dem Brett, und erstmalig erdreistete sich ein Spieler, auf f2 die Qualität mitzunehmen:

Ich hatte eine enorm öde Stellung auf dem Brett; mein erwarteter Gegner Michael Kreuzholz war nicht erschienen, stattdessen saß mir Alexander Rieß gegenüber, ein 17-jähriger, der kürzlich Deutscher Jugendmeister geworden war. Ich spielte den ganz ruhigen Italiener und hatte sogar ein klein wenig Druck, glaubte ich:


Hm, etwas peinlich, ich gebe es zu!
Ganz ähnlich hatte ich schon gegen Gaede vom HSK verloren; auch gegen nominell schwächere Gegner kann man sich nicht alles erlauben.

Jan-Paul spielte eine starke Partie gegen Harald Schmidt, aber um den 35. Zug herum entglitt ihm die gewonnene Stellung mit zwei Mehrbauern gar noch und er verlor schließlich.
Eine Analyse folgt demnächst!

Virtuell hätte es also 2,5 zu 0,5 stehen MÜSSEN. Aber es kam noch dicker.
Ersatzmann Thorsten verlor schließlich nach zäher Gegenwehr mit Schwarz in einem Londoner System gegen Michael Ehrke; das kann passieren.
Aber auch Marco verlor nach unglücklicher Eröffnung bald einen Bauern und war dann im Endspiel chancenlos gegen den jüngeren Svane-Bruder.

Martin verwaltete, nachdem Lampe sein Remisangebot abgeleht hatte, mit Weiß einen nachteiligen Königsinder, konnte den Laden aber doch noch zusammenhalten, um den ersten halben Punkt auf unser KOnto zu buchen!

Am Ende spielte diesmal nur noch Marc. Er hatte ein kompliziertes Doppelturmendspiel auf dem Brett:

Schwarz (Marc) hat für den Bauern offenbar gute Kompensation oder gar Vorteil. Wenn er will, kann er mit Tbc3, drohend Tc1, Tf2 erwingen, aber das ist dann nur Remis, wie die Partie dann auch tatsächlich zuende ging. Eine genaue Analyse folgt möglicherweise noch!

Fazit: Ein unrühmliches Ende einer durchwachsenen Saison ohne besondere Höhepunkte. Mit 9 zu 9 Mannschaftspunkten liegen wir auf dem 6. Platz im gesicherten Mittelfeld, mit Luft nach oben UND unten. Spannender ist es, wenn man auch mal oben mitspielt. Kann das im kommenden Spieljahr gelingen?

Lübecker SV 7 1 Schachfreunde Hamburg
3 Riess, Alexander 1 : 0 Sawatzki, Frank 1
4 Kololli, Martin 1 : 0 Hermesmann, Hans 3
5 Schmidt, Harald 1 : 0 Ritscher, Jan-Paul, Dr. 4
6 Christ, Ralf ½ : ½ Kluenger, Marc, Dr. 5
7 Lampe, Dirk ½ : ½ Zimmermann, Martin 6
8 Svane, Frederik 1 : 0 Jaeckle, Marco 7
9 Poghosyan, Tigran 1 : 0 Dietz, Juergen 8
10 Ehrke, Michael 1 : 0 Jaeger, Thorsten 16
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Partie Fries-Nielsen – Sawatzki

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Mrz 252018
 

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5-3 gegen Bargteheide – Saisonziel erreicht!

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Mrz 252018
 

Am vergangenen Sonntag spielten wir in der 8. Runde gegen den SV Bargteheide. Ein Sieg, das war klar, würde endgültig die Klasse sichern. Ein sattes ELO-Plus und der bisherige Saisonverlauf aus Bargetheider Sicht machten uns zum haushohen Favoriten. Aber wie der letzte Kampf gegen Marmstorf zeigte, war immer noch Vorsicht geboten!

Uwe scheint sich gerade in einen Rausch zu spielen. In der späten Eröffnung opferte er im Stile von Alpha Zero auf lange Sicht eine Figur:

Soeben hat Uwe seelenruhig Tf1 gespielt und droht nun mit zum Beispiel Sf3-g5 den Sack zuzumachen; außerdem ist in der Diagrammstellung auch Dxe5!! möglich. Uwes Gegner verteidigt sich zäher und spielt 21…Ke8; es ergab sich dann folgende Stellung (nach 27.h4):

Die verschachtelten Bauernketten halten Schwarz hinten, sodass Uwe sich langsam aber sicher an die Eroberung des Bauern g7 machen konnte, um dann mit seinen Schwerfiguren einzubrechen und schließlich den König zu erlegen. Insgesamt kreativ und stark gespielt von Uwe, der damit seinen 3. Sieg in Folge eingefahren hat!

Jan-Paul hatte zunächst wenig aus der Eröffnung herausgeholt, aber dann begann sein Gegner, seinen eigenen Läufer systematisch einzumauern; schließlich konnte Jan-Paul auf der offenen g-Linie verdoppeln und den Punkt g7 und einen Bauern erobern:

Schwarz fügte sich hier mit 22…Kh8 in sein Schicksal, 22…g6 hätte nach hxg6 nebst f4 vermutlich noch schneller verloren. Jan-Paul gewann schließlich sicher.

Hans zelebrierte diesmal einen echten Feustel! In der folgenden Stellung hat Weiß zwar den König nach e7 gezwungen, aber Hans‘ starke Kontrolle der schwarzen Zentralfelder gibt Schwarz trotzdem bereits das angehmere Spiel.

Nach 18…De8 konnte Weiß dem Damentausch nicht mehr lange ausweichen, und Hans gewann das Endspiel in gutem Stil.

Auch Marc konnte diesmal  gewinnen und damit seinen ersten Saisonsieg einfahren!

Hier hatte sich der Gegner merkwürdig hingestellt, sodass Marc mit 18…Db5! einen Bauern und später auch die Partie gewinnen konnte.

Martin steuerte nach zahlreichen Abtäuschen und einem ausgeglichenen Endspiel ein Remis zum Gesamtsieg bei. In der Eröffnung spielte er mit Weiß nach 3…Lf5 hier das sehr zahme 4.Le2.

Natürlich muss Weiß hier 4.c4 spielen, um dann etwa mit Db3 gegen den geschwächten Punkt b7 vorzugehen.

Jürgen setzte seinen jungen Gegner mit kreativem und taktischem Spiel schnell unter Druck und gewann schließlich einen Bauern,

der aber angesichts der ungleichen Läufer natürlich weniger ins Gewicht fällt – Remis (in dieser Stellung bereits).

Jonas, frischgebackener Hamburger Meister in der U16, hatte es am 8. Brett mit einer slawischen Struktur zu tun:

Statt hier mit 15.Le2 zurückzuweichen, hätte er mit 15.Sxe5 Lxe5 (15…Dxe5? 16.Lxf7) 16.a4 fortsetzen müssen. In der Partie kam nach 15.Le2 Sfg4! und Schwarz gewann in der Folge taktisch.

Ich selbst hatte es mit dem wiedererstarkten Fries-Nielsen zu tun. Es wurde meine 3. Niederlage gegen ihn. Diesmal konnte ich mich nicht beschweren, während ich beim letzten Mal 2013 ein mehrzügiges Matt ausgelassen hatte. Fries Nilsen pflegt einen unkonventionellen, provokanten Stil. Ich sah keinen Grund, mich zu verstecken, und fand mich aber, mit Schwarz spielend, bald in einer für mich ungewohnten französischen Struktur wieder. Mein Spiel war insgesamt ok, aber zu wenig pointiert und so überließ ich ihm zu einfach die bessere Struktur und das leichtere Spiel. Der Versuch, in Zeitnot mit Gewalt zu Gegenspiel zu kommen, führte dann etwas überaschend zum schnellen Zusammenbruch (siehe die Partie).

Fazit: Das Saisonziel ist erreicht!

Schachfreunde Hamburg 5 3 SV Bargteheide
1 Sawatzki, Frank 0 : 1 Fries-Nielsen, Jens Ove 1
2 Bokelbrink, Uwe 1 : 0 Light, Bjarne 2
3 Hermesmann, Hans 1 : 0 Wolter, Jens 3
4 Ritscher, Jan-Paul, Dr. 1 : 0 Porth, Hartmut 6
5 Kluenger, Marc, Dr. 1 : 0 Peterwitz, Klaus 7
6 Zimmermann, Martin ½ : ½ Thanisch, Matthias 8
8 Dietz, Juergen ½ : ½ Porth, Oliver 9
17 Gremmel, Jonas Simon 0 : 1 Ahlers, Knut 10
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Knappe 3,5-4,5-Niederlage gegen Königsspringer

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Nov 162017
 

Am vergangenen Sonntag traten wir an 16 Brettern bei Königsspringer an – mit zwei Mannschaften. Frank Lamprecht erinnerte mich daran, dass in Urzeiten Vergleiche an 35 Brettern (und mit qualmenden Zigarren) üblich waren. Für mich die Gelgenheit, einmal genauer die von Georg Zippert wunderbar dargestellte Vereinsgeschichte der Schachfreunde zu studieren.

Für die erste Mannschaft lief es, wenn überhaupt, nur etwas besser als zuletzt im Mai, als wir klar mit 3-5 verloren hatten, obwohl Königsspringer damals nur mit 7 Leuten angetraten war.

Das Geschehen entwickelte sich bald zu unseren Ungunsten. Martin geriet, ähnlich wie beim letzten Kampf, in einer modernen sizilianischen Nebenvariante (frühes d3 und Le2) in eine sehr passive Stellung, was letztlich zur Niederlage führte. Hans, sonst in der Eröffnung sehr stark, musste früh seinen wichtigen weißfeldrigen Läufer gegen einen Springer abgeben. Statt sich lange quälen zu lassen, inszenierte er dann noch einen Königsangriff, der aber abgeschlagen werden konnte. Jan-Pauls Gegner war gut vorbereitet und die beiden wiederholten eine ältere Partie, die Jan-Paul aber in der häusslichen Analyse verbessert hatte. An einer Stelle verlor er nach eigener Aussage ein wichtiges Tempo bzw. wählte den falschen Plan, wonach Rosmann schließlich seinen Angriff mit einem sehenwerten Turmopfer und folgendem Matt abschließen konnte. 0 zu 3! Auch Marc wiederholte und verbesserte eine Variante vom letzten Spieltag, das resultierende Endspiel war dann aber ziemlich ausgeglichen: Remis. Uwe spielte mit Schwarz gegen Frank Lamprecht und nahm in einer vollkommen ausgeglichenen Stellung dessen Remisangebot an. Jürgen hatte in seinem holländischen  Bird-System guten „Grip“ auf den schwarzen Felder, um dann etwas unerwartet Remis anzunehmen. Absolutes Highlight des Tages war Florians Partie, der seinen Gegner wunderbar ausspielte und schließlich bei recht vollem Brett mattsetzen konnte (siehe die Partie). Ich selbst kämpfte einmal mehr am längsten. Nach irgendwo etwas vergurkter Eröffnung ergaben sich Komplikationen, die schließlich zu einer Mehrqualität für mich führten, für die Pfreundt aber gewaltige Kompensation besaß. Im 43. Zug konnte ich die Qualität dann für starke Initiative zurückgeben, die nach einem taktischen Einschlag schließlich den vollen Punkt einbrachte.

Fazit: Eine verdiente Niederlage. Mit etwas mehr Fortuna hätte es aber ein 4-4 sein können. Ein kleiner Trost: Laut Liga-Orakel liegt unsere Abstiegswahrscheinlichkeit noch immer bei marginalen 2%. – Und auch die Zweite verlor, und zwar mit 2-6, sodass wir am Ende mit einem 5,5 zu 10,5 nachhause fahren mussten.

Königsspringer HH Schachfreunde Hamburg
1 Pfreundt, Jakob 0 : 1 Sawatzki, Frank 1
2 Lamprecht, Frank ½ : ½ Bokelbrink, Uwe 2
4 Zimmermann, Julian 1 : 0 Hermesmann, Hans 3
5 Rosmann, Ilja 1 : 0 Ritscher, Jan-Paul, Dr. 4
6 Schmidt, Jan-Peter ½ : ½ Kluenger, Marc, Dr. 5
7 Dettmann, Steffen, Dr. 1 : 0 Zimmermann, Martin 6
9 Harder, Clemens ½ : ½ Dietz, Juergen 8
11 Lampe, Joerg 0 : 1 Kull, Florian 9
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Tolles Finale einer stark vorgetragenen Partie

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Nov 162017
 

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Partie Pedersen-Sawatzki

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Okt 242017
 

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Erkämpftes 4-4 gegen Preetz

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Okt 242017
 

Nach der knappen Auftaktniederlage vor zwei Wochen in Schwerin erreichte die Mannschaft am vergangenen Sonntag beim Heimkampf gegen die Gäste aus Preetz nach 5 Stunden Spielzeit ein verdientes 4-4. Uwe war es, der an 2 gegen den 13-jährigen dänischen Nachwuchsstar Jonas Bjerre am Ende den vollen Punkt einfuhr und damit das Unentschieden rettete. Damit glich er die Niederlage von Martin aus, der an Brett 5 in einem königsindischen Angriff lehrbuchmäßig ausgespielt worden war. Alle anderen Partien endeten unentschieden.

Bemerkenswert war einmal mehr Marcs Kampfgeist: Nach einer verpatzten Eröffnung entwand er sich noch einmal wie Houdini der Umklammerung und erreichte ein ausgeglichenes Endspiel. „Neuzugang“ Thorsten steuerte ebenfalls ein ausgekämpftes Remis am 8. Brett bei. Am Ende hatte er eine klassische königsindische Blockadestellung erreicht, in der er aus der Position der Stärke heraus Remis machen konnte. Marco und Jürgen waren relativ schnell fertig, sodass ich wenig von den Partien mitbekam. Marco schien mit leichtem Vorteil eine statische Struktur aus einem Vorstoßfranzosen zu verwalten, aber sein Gegner verteidigte sich gut, sodass es schließlich Remis wurde. Hans spielte an 3 mit Schwarz einen geschlossenen Sizilianer mit vertauschten Farben und erhielt, wie in diesem Stellungstyp nicht unüblich, eine etwas passive Stellung. Er verteidigte sich aber geschickt, sodass sein Gegner schließlich mit dem Damentausch ein Remis anbot, das Hans annahm. Die Analyse zeigte indes, dass noch nicht alle Probleme von Schwarz gelöst waren. Ich selbst fand mich nach der Eröffnung in einer auf den ersten Blick passiven Stellung wieder, konnte dann aber bequem ausgleichen (siehe die Partie).

Fazit: Eine akzeptable Leistung der Mannschaft, die uns dank der „satten“ 7,5 Brettpunkte (mehr geht nicht bei 1-3 Mannschaftspunkten) sogar den 6. Tabellenplatz bescherte. Am 12.11. müssen wir gegen Königsspringer ran, gegen die wir zuletzt im Mai hoch verloren haben. Diesmal sollten wir punkten, wenn wir mit einem zumindest ausgeglichenen Punktekonto in die „Winterpause“ gehen wollen. Denn auch in der 4. Runde im Dezember wird es gegen Johanneum Eppendorf kein Spaziergang – die etwas leichteren Gegner kommen erst im neuen Jahr ab Runde 5.

1 Sawatzki, Frank ½ : ½ Pedersen, Steffen
2 Bokelbrink, Uwe 1 : 0 Bjerre, Jonas
3 Hermesmann, Hans ½ : ½ Schwarz, Frank
4 Kluenger, Marc, Dr. ½ : ½ Reinecker, Kai
5 Zimmermann, Martin 0 : 1 Schwarzat, Julian
6 Jaeckle, Marco ½ : ½ Willsch, Matthias
7 Dietz, Juergen ½ : ½ Schuette, Andreas
8 Jaeger, Thorsten ½ : ½ Dittmann, Hans-Adolf
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Apr 292017
 

Mit einem klaren 6-2-Sieg gegen den SK Marmstorf hat die Mannschaft am vergangenen Sonntag den 6. Tabellenplatz zementiert und damit alle Abstiegssorgen vergessen gemacht.

Alles andere als ein Sieg wäre angesichts eines durchschnittlichen Vorsprungs von gut 100 DWZ-Punkten indes auch eine Überraschung gewesen.

Den ersten Sieg fuhr Marco in einem offenen Italiener ein. Nach genau 15 (Theorie-) Zügen spielte er  den vollkommen logischen Zug 16.Df3-e3, um unter anderem Se6-d4 zu entkräften. Genau diesen Zug spielte Marcos Gegner, Michael Hohlbein, dann allerdings trotzdem, was praktisch auf der Stelle verlor.

Marc geriet gegen Jan-Hendrik Mueller in einem Taimanov-Sizilianer (mit …e6, …Dc7 und …a6) in einer unscheinbaren, aber giftigen Nebenvariante und nach einem vielleicht etwas zu optimistischen Bauernraub früh unter Druck, was schließlich zur Niederlage führte.

An allen anderen Brettern entwickelten sich interessante und umkämpfte Partien, überwiegend aber zu unseren Gunsten.

Zumindest etwas kritisch waren Jürgens und Florians Stellungen. Jürgen, der gegen Matthias Peschke spielte, hatte nach den einleitenden Zügen  1.f4 d5 2.Sf3 Lg4 3.Se5 Lc8!? 4.b3 Sd7 5.Sf3!? eigentlich seine Leib-und-Magen-Variante auf dem Brett; irgendwie entglitt ihm dann aber die Kontrolle über das wichtige Zentralfeld d4 und er musste um den Ausgleich kämpfen, was ihm im Endspiel schließlich auch gelang: Remis. Florian hatte nach der Eröffnung einige Schwächen und etwas verstreut stehende Figuren. Dann aber stellte sich Jens Diekmann in eine Selbstfesselung auf der 7. Reihe (W: Ta7, Lb7, S: Tc7). Nach umsichtigen Manövern (e6, f6, Tf8-f7) konnte Florian den Läufer b7 schließlich abholen und kurze Zeit später sicher den Punkt einfahren.

Jan-Paul zelebrierte mit Schwarz wie so oft seine Aljechin-Verteidigung, auf die Tobias Müller überraschenderweise nicht besonders vorbereitet schien. Jedenfalls hatte Jan-Paul bald ein vorteilhaftes Endspiel auf dem Brett, in dem er ohne Risiko auf Gewinn spielen konnte. Etwa im 30. Zug verpasste er wohl die Chance, seinen Vorteil dynamisch in die Waagschale zu werfen, und die Stellung verflachte schließlich. Der verbliebene Vorteil war dann nur noch symbolischer Natur – Remis.

Hans wählte im Nimzoinder clever eine unkonventionelle Nebenvariante, die Christoph Ramme, eigentlich ein Ben-Oni-Spieler, nicht gut (genug) kannte. Nach starkem Spiel, wie so häufig bei Hans mit taktischen Finessen gespickt, gewann er schließlich einen Bauern. Im entstehenden Doppelturmendspiel ließ er seinem Gegner dann nicht mehr den Hauch einer Gegenchance. Uwes Gegner, Jeronimo Hawellek, experimentierte in der Eröffnung ebenfalls. Es entstand eine Mischung aus Wiener Partie, Philidor- und Pirc-Verteidigung. Im richtigen Moment spielte Uwe den (lange zurückgehaltenen) Zug d3-d4. Nach erzwungenem e5xd4 wurde dann der d6-Bauer schwach und schließlich erobert, mit Übergang ins Endspiel. In diesem hatte der Gegner dann noch etwas Kompensation für den Bauern, aber nicht genug. Uwe gewann schließlich sicher. Ich selbst hatte mit Schwarz eine Reti-Struktur auf dem Brett; ein gutes Mittel, wenn Weiß gegen Königsindisch zum ultrasoliden Londoner System (mit d4, Lf4, e3, Le2, h3, Lh2 usw.) greift. Nach einer Ungenauigkeit konnte ich bequem ausgleichen. Es entstand ein turmloses Mittelspiel mit leichter Initiative. In beiderseitiger Zeitnot verschärfte ich schließlich. Holger Hebbinghaus fand kein wirkungsvolles Gegenmittel und nach dem 40. Zug hatte Schwarz schließlich 2 Mehrbauern bei besserer Stellung. Die Partie endete im 46. Zug mit Matt.

Fazit: Ein hoch verdienter Sieg, nach dem wir nun im letzten Kampf am 07. Mai auswärts gegen Königsspringer frei aufspielen können. Für Königsspringer geht es um den Klassenerhalt, es wird also spannend! Indessen ist St.Pauli nach einem Ausrutscher von Schwerin gegen Königsspringer praktisch aufgestiegen, ihnen fehlen im Spitzenkampf der letzten Runde gegen Schwerin nur noch 2 Brettpunkte.

Schachfreunde Hamburg     6 - 2 SK Marmstorf             
 1 Sawatzki,Frank         1 : 0 Hebbinghaus,Holger      1
 2 Bokelbrink,Uwe         1 : 0 Hawellek,Jeronimo,Dr.   2
 3 Ritscher,Jan-Paul,Dr.  ½ : ½ Mueller,Tobias          3
 4 Hermesmann,Hans        1 : 0 Ramme,Christoph         4
 6 Kluenger,Marc,Dr.      0 : 1 Mueller,Jan-Hendrik     5
 7 Jaeckle,Marco          1 : 0 Hohlbein,Michael        6
 8 Kull,Florian           1 : 0 Diekmann,Jens           7
11 Dietz,Juergen          ½ : ½ Peschke,Matthias       12
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Spannung bis zum Schluss – verdientes 4-4 gegen Lübeck

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Mrz 212017
 

Auch dieser Schachsonntag hatte es wieder in sich! Diesmal waren wir zu Gast in Lübeck.

Auf Lübecker Seite kamen an den Brettern 2 und 3 gleich zwei Jugendliche zum Einsatz (Jahrgang 2000 und 2001), beide mit Zahlen um die 2200. Erst danach folgte das Gros der „alten Haudegen“. Schwierig vor allem für Hans, der an 4 mit Schwarz gegen Harald Schmidt antreten musste, bis vor einem Jahr das langjährige Spitzenbrett der Lübecker. Auch Christ, Lampe, Thannheiser und Krause sind gute alte Schachbekannte, die es sich, wie Michael Kreuzholz später sagte, „in der Oberliga bequem gemacht“ haben.

„Bequem“ war der Kampf dann aber keineswegs! Uwes Partie verflachte bald, nachdem Kololli mit Weiß schnell in ein remisliches Endspiel abgewickelt hatte, in dem Uwe zumindest gefühlt noch einen Hauch besser stand. Nach weiterem Abtausch ließ sich indes nichts mehr am Ausgang der Partie rütteln – Remis.

Ein paar Stunden später bot sich mir dann folgendes Bild: Florian hatte 2 (oder gar 3) Bauern mehr für fast nichts (klar, offene Linien), musste aber trotzdem noch genau spielen, um keine Chancen zuzulassen. Dies gelang dann auch über weite Strecken, jedenfalls hatte ich hier intern schon den Punkt verbucht. Jan-Paul hatte nach zahmer Eröffnung eigentlich nichts, spielte aber trotzdem aktiv, was seine Stellung eher verschlechterte. Und dann tauchte auch noch das Schreckgespenst des schlechten Läufers auf! Hans stand bald etwas gedrückt und bemühte sich um Gegenspiel im Zentrum. Marc schien in einer langen Grünfeld-Variante in eine Falle gelaufen zu sein, bald hatte er in einem Doppelläuferendspiel 2 (!) Bauern weniger. Immerhin stand sein König aktiv und verhinderte das Eingreifen des gegnerischen, vor allem aber war die Stellung total blockiert. Trotzdem sah ich gegen den Routinier Christ eigentlich keine Chance mehr für Marc. Marco hatte „seine“ französische Struktur auf dem Brett (vermutlich aus einer Steinitzvariante hervorgegangen) und expandierte, wie üblich bei heterogenen Rochaden, am Damenflügel, Ausgang unklar. Schließlich lieferten sich Jürgen und Ullrich Krause in einer englischen Partie ein eher freundliches Abtasten, das dann bald im Remis endete. Ach ja, ich selbst hatte in einem Rossolimo-Sizilianer (…Sc6 und Lb5) eine kleine Initiative, die dann in ein klar besseres Endspiel münden sollte.

Prognose zu diesem Zeitpunkt: eher schlecht. Hans geriet weiter unter Druck, Jan-Pauls Stellung verschlechterte sich ebenfalls, und dann verlor plötzlich auch noch Florian, vermutlich durch ein taktisches Versehen, die Partie!  Ebenso plötzlich aber (zumindest aus meiner Warte) gewann dann Marco, so dass es nun 2 zu 2 stand.

Bei Jan-Paul geschah dann das Unglaubliche: Sein jugendlicher Gegner verrechnete sich bei einer vermeintlichen Gewinnabwicklung, und plötzlich hatte unser Mann eine Mehrqualität und damit sogar Gewinnchancen! Und Marc kämpfte unermüdlich weiter mit dem Rücken zur Wand und zwei Minusbauern. Hans` Stellung war indessen nicht mehr zu halten. Schmidt hebelte in Ruhe den Königsflügel auf und das Gegenspiel in der Mitte und auf den schwarzen Feldern fruchtete nicht mehr rechtzeitig. 2 zu 3 also. Ich hatte das Endspiel nicht immer optimal behandelt und trotz zweier Mehrbauern hatte Kreuzholz bis kurz vor Schluss noch Remischancen, die er zum Glück nicht ergriff, sodass es dann 3 zu 3 hieß.

Unglaublicherweise gelang es Marc irgendwie, einen seiner Läufer für alle schwarzen Bauern einzutauschen, und nach ein paarmal Hin- und Herziehen willigte Christ schließlich zähneknirschend ins Remis ein. Nun spielte nur noch Jan-Paul. Um ein Haar hätten wir den Kampf noch gewonnen. Aber der einzige verbliebene weiße Bauer wurde noch abgetauscht und das Endspiel Turm gegen Springer wollte Jan-Paul dann nicht mehr üben und entließ den dankbaren Gegner ins Unentschieden.

Fazit: Unterm Strich ein verdientes Unentschieden, das unsere Position im Mittelfeld stabilisiert. Zwei Punkte aus den beiden letzten Runden sollten jetzt für den Klassenerhalt genügen. Auch das Ligaorakel sieht unsere Abstiegsgefahr nur noch bei knapp 4%. Am 23.04., also in gut 4 Wochen, geht es zuhause gegen Marmstorf.

Lübecker SV               4 - 4 Schachfreunde Hamburg    
 2 Kreuzholz,Michael      0 : 1 Sawatzki,Frank          1
 3 Kololli,Martin         ½ : ½ Bokelbrink,Uwe          2
 4 Riess,Alexander        ½ : ½ Ritscher,Jan-Paul,Dr.   3
 5 Schmidt,Harald         1 : 0 Hermesmann,Hans         4
 6 Christ,Ralf            ½ : ½ Kluenger,Marc,Dr.       6
 7 Lampe,Dirk             0 : 1 Jaeckle,Marco           7
 8 Thannheiser,Thomas     1 : 0 Kull,Florian            8
 9 Krause,Ullrich         ½ : ½ Dietz,Juergen          11
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