Dez 202018
 

Am vergangenen Sonntag hatten wir die Schachfreunde aus Eppendorf zu Gast im Bauerverlag.

Beide Teams waren annähernd in Bestbesetzung. Bei den Gästen kamen die Keyser-Zwillinge zum Einsatz. Einmal verwechselte ich deshalb das Brett und war überrascht, als sich Jürgen und nicht Florian ans Brett setzte. Bei gleicher Kleidung sind die beiden kaum zu unterscheiden; vielleicht sollte die FIDE einen zusätzlichen Zwillingsparagraphen in ihr bereits aufgeblähtes Regelwerk übernehmen. Schneller noch als Jürgen erreichte Florian eine positionelle Gewinnstellung:


Nach dem erzwungenen 25.f3 fand der König auf e3 ein sicheres Feld und Schwarz bleibt nur eine positionelle Ruine. Florian gewann sicher im Endspiel.

Auch Jürgen erteilte in seiner Hausvariante eine positionelle Lektion. In der Diagrammstellung brach die schwarze Stellung nach dem thematischen Hebel 18.a5 bald zusammen.

Den dritten Punkt sollte dann eigentlich Axel beisteuern. Er hatte Zart mit Schwarz komplett überspielt und folgende Stellung erreicht:

Weiß ist im Zugzwang; ihm bleibt nichts Besseres, als mit 41.Td3 die Qualität zu geben. Unglücklicherweise stellte Axel dann aber ein paar Züge später eine Figur und damit praktisch sofort die bis dahin gut gespielte Partie ein. Schade!

Uwe hatte Weiß gegen den aufstrebenden Can Ertan. In einem Spanier, in dem nicht viel los war, verschärfte er das Spiel, wurde dann aber ausgekontert. (Die Partie fehlt leider.)

Hans spielte mit Weiß das scharfe Breyer-System gegen Nimzoindisch. Für einen Minusbauern hatte er starke Kompensation:

… die er hier mit dem starken 26.Df3! zu bereits gewinnbringendem Vorteil ausbaute.

Marc, mit Schwarz gegen Hendrik Schüler, hatte einmal mehr ein Endspiel mit Schwerfigurenbeteiligung auf dem Brett:

Weiß griff hier mit 25.a5 zum ersten Mal daneben; nach 25…Kd5! 26.Tb4? Lc7 27.Tb7 Kc6 28.a6 Tb8!

wurde langsam klar, dass Weiß sich verrannt hat. 29.Txa7 verliert nach Txb2 den Läufer (der schwarze Raumvorteil lässt grüßen) und nach dem unvermeidlichen Turmtausch verlor Weiß am Damenflügel einen Bauern und damit bald auch die Partie. Sehr schön!

Jan-Paul hatte mit Schwarz in einem Katalanen thematisch eine solide Stellung erreicht und die Partie endete unaufgeregt bereits im 21. Zug mit einem Remis.

Ich selbst konnte mich für eine vor 3 Jahren erlittene Niederlage revanchieren und Tom Wedberg in einem Paulsen-Sizilianer schließlich niederringen:

Schwarz hat soeben 37…Ta7 gespielt und droht jetzt mit Txa2! zu gewinnen. Wedberg konterte mit 38.De3, was sowohl den Ta7 angreift als auch Txg7 droht. Schwarz ist aber nur scheinbar überlastet. Es folgte 38…Dd5 (Dxh5 war sogar besser), was die Drohung Txa2 erneuert.

Bei herunterlaufender Zeit fand Weiß nun nicht den richtigen Zug. Neben 39.a4, was einen Bauern opfert, aber die Partie halten sollte, wahrt trocken 39.Kc1! das Gleichgewicht. Ohne ein Schachgebot ist Txa2 unmöglich, da g7 hängt. In der Partie folgte stattdessen 39.Dxa7? Dxe5+ 40.Kc1

40…c5!. Weiß verliert nun forciert den Turm; nach 41.d7 De3+ gab er auf.

Fazit: Ein schöner Sieg, der die letzte Niederlage fast vergessen macht. Am 20.01.2019 geht es dann auswärts gegen Preetz.

Schachfreunde HH SK Johanneum Eppendorf
1 FM 2392 GER Frank Sawatzki 1 : 0 Tom Wedberg SWE 2430 GM 1
2 2307 GER Uwe Bokelbrink 0 : 1 Can Ertan TUR 2417 FM 3
3 2227 GER Axel Neffe 0 : 1 Ruediger Zart GER 2149 4
4 FM 2244 GER Hans Hermesmann 1 : 0 Christoph Schroeder GER 2169 5
5 FM 2245 GER Dr. Jan-Paul Ritscher ½ : ½ Alexander von Gleich GER 2323 7
8 2185 GER Florian Kull 1 : 0 Robin Keyser GER 2017 8
9 2184 GER Dr. Marc Klünger 1 : 0 Hendrik Schüler GER 2115 9
10 FM 2157 GER Jürgen Dietz 1 : 0 Philipp Keyser GER 2025 17
 Posted by at 19:03

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